Neue Festbeträge für Hörhilfen veröffentlicht

Schwerhörige Menschen erhalten ab dem 1. November 2013 mehr Geld für ihre Hörgeräte-versorgung. Das hat der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) zuletzt im Bundesanzeiger veröffentlicht. Schwerhörige Versicherte mit Ausnahme der an Taubheit grenzend Schwerhörigen sollen in Zukunft einen Festbetrag von nunmehr 733,59 Euro, statt 421,28 Euro wie zuvor für den Kauf eines Hörgeräts erhalten.

 

Im Betrag enthalten ist neben den Kosten für das Gerät selbst auch der Arbeitslohn für die Anpassung des Hörgeräts (461 Minuten werden hierfür kalkuliert). Nicht mehr enthalten sind Aufwendungen für den Nachversorgungsaufwand, welcher, so der GKV-Spitzenverband, zwischen den Hörgeräteakustikern und den Krankenkassen im Rahmen der Versorgungsverträge ausgehandelt werden müsse. 

 

Hintergrund für die Beitragserhöhung ist ein Urteil des Bundessozialgerichts (Az.:B 3 KR 20/08 R), das vorsieht, dass jeder Patient mit einem Hörgerät versorgt wird, das „nach dem Stand der Medizintechnik eine bestmögliche Angleichung an das Hörvermögen Gesunder erlaubt, soweit dies im Alltagsleben einen erheblichen Gebrauchsvorteil bietet“. Daher sind mit dem Festbetrag auch Mindeststandards verbunden, die alle Hörgeräte erfüllen müssen (volldigital, mindestens vier Kanäle, etc.). 

 

Derzeit finden noch Gespräche zwischen dem Berufsverband der Hörakustiker und den einzelnen Krankenkassenverbänden statt, sodass die Festbeträge im Einzelnen noch etwas variieren können. Fest steht aber dennoch, dass der neue Festbetrag deutlich über dem alten liegen wird. 

 

Den Verbänden und Interessenvertretungen schwerhöriger Menschen geht dieser Schritt dennoch nicht weit genug. Sie argumentieren d amit, dass in vielen Fällen die Hörgeräte die den vom BSG geforderten Effekt zeigen, 1.500 Euro und mehr kosten und entsprechend nicht einmal zur Hälfte vom Kassenbetrag gedeckt werden. Hier müssen die Patienten auch weiterhin aus eigenen Mitteln für den Differenzbetrag aufkommen, sofern keine alternativen Kostenträger gefunden werden können.

 

Des Weiteren informiert auch der Deutsche Schwerhörigenbund e.V. auf seiner Webseite  schwerhoerigen-netz.de über die Richtlinien zur vollständigen Kostenübernahme bei Hörgeräten.

» Zur Website des Deutschen Schwerhörigenbunds

Auch der Sozialverband VdK Deutschland e.V. gibt Ihnen wertvolle Ratschläge in seinem Merkblatt „Auf dem Weg zum neuen Hörgerät“

» Zur Website des Sozialverbandes

» Bitte beachten Sie auch das Angebot untertitelter Filme des VdK.

Quelle: Deutscher Gehörlosen-Bund e.V.